Meine Arbeit in der Yogaschule YAM

Bevor ich selber mit der Praxis des Hatha-Yogas, der bei uns wohl am bekannteste Weg des Yogas, begann, meditierte ich schon einige Zeit. Ich selber bezeichnete es als ein Bei-mir-aufräumens. Nach zwei heftigeren Knieoperationen und der Prognose, früher oder später im Rollstuhl zu enden, kam ich zum Hatha-Yoga. Hier habe ich am eigenen Leib und der Seele gespürt, wie sehr ein exaktes Arbeiten an sich auf allen verfügbaren Ebenen helfen kann. Ich fing sogar mit einem neuen Sport an - TaeKwonDo und erreichte dort den 3. Meistergrad, bevor ich aus Zeitmangel wieder aufhören mußte.

Meine erste Yogalehrerausbildung erhielt ich von dem koreanischen Verein MuDoWon und seit 1993 unterrichte ich Yogagruppen. Meine zweite Lehrerausbildung absolvierte ich 2002 im Yoga-Vidya-Verein. Mein eigener Stil hat sich über die vielen Jahre sicherlich sehr verändert, v.a. nachdem ich 2001 meine eigene Schule in Konstanz eröffnete und tagtägliche Unterricht gab. Aber eines ist wohl immer gleichgeblieben. Es ist ein relativ statischer Hatha-Yoga, da ich der Meinung bin, daß man Ruhe und Zeit braucht um einen Asana (die einzelnen Stellungen) zu entdecken. Unsere Bewegungsmuskeln sind die großen Muskeln, die wir aber eigentlich alle mehr oder weniger gut kennen. Die kleinen Muskeln, um die es aber bei der Haltung und der inneren Spannung geht, sind schon um ein vielfaches schwerer kennenzulernen. Hierfür ist ein ruhiges Hineinhören in den Körper sehr hilfreich. Schon aufgrund meines Berufes als Heilpraktikerin lege ich viel Wert auf die anatomischen Begebenheiten unseres Körpers und die exakte Durchführung der Asanas. Hier ist nicht die theoretische Exaktheit, sondern eine individuelle Anpassung an den jeweiligen Körper wichtig, so daß es kein Kampf, sondern eine Herausforderung wird.

Aber wichtiger als die körperlichen Stellungen finde ich die Arbeit mit dem Atem. Wir kennen es alle, sind wir sehr aufgeregt, warum auch immer, hilft es immer, erst einmal tief durchzuatmen. Leider vergessen wir es oft vor lauter Aufregung. Der Atem ist ein mächtiges Werkzeug, je besser wir es beherrschen umso mächtiger wird es. Sowohl im Yoga als auch im Taoischen Do und im QiGong gibt es viele verschiedene Techniken, die man sehr gezielt anwenden kann.